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Im Dufour-Museum zu sehen: Rechenger=C3=A4te aus einer anderen Zeit, = hier ein=20 ungew=C3=B6hnlich grosser Rechenschieber, wie er f=C3=BCr = Artillerie-Berechnungen=20 verwendet worden ist. Bild Josias Clavadetscher

Aktuell= |=20 11. Dezember 2009

Das ist neu f=C3=BCr die Oberallmeindkorporation Schwyz: In ihrem=20 Immobilien-Portefeuillle befindet sich nun auch ein Museum. Ein = daf=C3=BCr=20 zust=C3=A4ndiger Verein hat dieses Dufour-Museum auf der Halsegg = realisiert, die OAK=20 hat daf=C3=BCr ein Baurecht einger=C3=A4umt.

Es ist sehr erstaunlich, dass es bis vor Kurzem in der Schweiz = keine=20 Gedenkst=C3=A4tte f=C3=BCr Henri Dufour gegeben hat. Das wird auf der = Halsegg=20 oberhalb des =C3=84gerisees nachgeholt. In = einem der beiden=20 doppelst=C3=B6ckigen Bunker ist die herk=C3=B6mmliche=20 Artilleriestellung zu sehen; genau so, als ob sie = noch in=20 Betrieb stehen w=C3=BCrde. Im zweiten Bunker dagegen ist das Schweizer = Dufour- Museum=20 eingerichtet worden. Es ist Guillaume-Henri Dufour = (1787=E2=80=931875)=20 gewidmet. Der universal talentierte Genfer ist eine = herausragende=20 Figur der Schweizer Geschichte. Im Museum werden sein Werk und seine=20 Leistungen als Wissenschaftler, Ingenieur, als = Kartograf,=20 als milit=C3=A4rischer F=C3=BChrer und Politiker = vorgestellt. Dufour hat=20 Vorbildcharakter, seine Biografie ist=20 hochinteressant, seine Verdienste als General = im=20 Sonderbundskrieg von 1847 sind unvergleichlich, = weil er=20 die Schweiz in diesem Kulturkampf und B=C3=BCrgerkrieg vor = einem Blutbad=20 verschont hat. Zu sehen ist im Musum nat=C3=BCrlich die ber=C3=BChmte = Dufour-Karte. Sie=20 gilt als erste moderne und zuverl=C3=A4ssige Schweizer Landkarte = und zeigt im=20 Massstab 1:100 000 und in verbl=C3=BCffender grafischer=20 Genauigkeit die Schweiz. Auch andere Rarit=C3=A4ten sind zu = sehen, zum=20 Beispiel milit=C3=A4rische Landkarten der Schweiz aus der Nazi-Zeit = oder aus der=20 Zeit des Kalten Kriegs detaillierte russische Karten von = Schweizer=20 St=C3=A4dten und Gel=C3=A4ndekammern. Ebenfalls zu sehen sind = viele=20 Vermessungsinstrumente und Rechenger=C3=A4te,=20 Theodoliten, Planimeter, Kryptomaschinen = und=20 Verschl=C3=BCsselungsger=C3=A4te. Teils geh=C3=B6ren diese dem Verein = selber, teils sind es=20 Leihgaben vom Bundesamt f=C3=BCr = Landestopografie oder aus=20 privaten Best=C3=A4nden.

Schwyz/Sattel =E2=80=93=20

Traditionell hat die Oberallmeindkorporation (OAK) Schwyz mit = Alpwirtschaft=20 und Forst, mit Betriebsgeb=C3=A4uden und Waldstrassen, mit = Energiebeteiligungen,=20 Konzessionen und mit Wohnbauten zu tun. Neu ist jetzt ein Museum = dazugekommen:=20 Das Dufour-Museum auf der Halsegg oberhalb von Sattel.

Dieses Museum ist vom Verein Artilleriewerk Halsegg (VAH) realisiert = worden.=20 Es ist in einem der beiden Bunker untergebracht, welche der Bund 1987 = erbaut und=20 weniger als zwanzig Jahre sp=C3=A4ter schon wieder deklasssiert und = ausser Betrieb=20 genommen hat. Diese beiden Artilleriestellungen sind insofern = interessant, als=20 sie seinerzeit im Tagbau erstellt und das vermutlich modernste = Artilleriewerk=20 der Schweiz sind. Darum hat sich ein Verein gebildet und sich f=C3=BCr = die Erhaltung=20 eingesetzt. Die beiden Bunker sind unver=C3=A4ndert erhalten, mit je = zwei=20 10,5-Zentimeter- Kanonen best=C3=BCckt und k=C3=B6nnen besichtigt = werden.

Mit der Aufgabe dieser Festungen verbunden war der Verkauf des = Bodens. Das=20 VBS wollte das Areal der beiden Liegenschaften zuerst an den Verein = verkaufen.=20 Die Oberallmeind hat auf eine andere L=C3=B6sung gesetzt. Weil das = gesamte Gel=C3=A4nde=20 rundum, der benachbarte Alpwirtschaftsbetrieb und das Gasthaus in ihrem = Besitz=20 sind, wollte sie die seinerzeit dem VBS abgetretenen Parzellen zwecks=20 Arrondierung wieder zur=C3=BCckkaufen. Gleichzeitig hat die OAK dem = Verein=20 Artilleriewerk Halsegg aber ein selbstst=C3=A4ndiges und dauerndes = Baurecht mitsamt=20 Zufahrtsrecht erteilt. Es ist auf 30 Jahre angelegt mit der = M=C3=B6glichkeit zur=20 Weiterf=C3=BChrung. Mit dem Baurecht verbunden ist die Auflage, dass die = beiden=20 Artilleriebunker nur gem=C3=A4ss dem Vereinszweck betrieben werden = d=C3=BCrfen. Es kommt=20 also ausschliesslich eine museale Nutzung infrage.

Interessant ist der R=C3=BCckkauf selber. Das VBS hat die beiden = Parzellen von=20 zusammen rund 3200 Quadratmetern Fl=C3=A4che zum damaligen Kaufpreis an = die OAK=20 zur=C3=BCckverkauft. Allerdings nur fast: Um sagen zu k=C3=B6nnen, dass = man f=C3=BCr das Areal=20 mehr gel=C3=B6st habe als es damals gekostet hatte, wurde der Kaufbetrag = um einen=20 Franken erh=C3=B6ht. Weiter hat sich die Oberallmeind auch abgesichert, = dass sie=20 nicht zu einem sp=C3=A4teren Zeitpunkt allenfalls zur Behebung von = Altlasten=20 herangezogen werden kann. Sollte eine Auflage in diese Richtung = entstehen, wird=20 der Bund daf=C3=BCr zust=C3=A4ndig sein. Der Verein Artilleriewerk = Halsegg hat in das=20 ganze museale Projekt rund 130 000 Franken investiert. Pr=C3=A4sidiert = wird der=20 Verein von Thomas Landolt, H=C3=BCnenberg. Aus der Region geh=C3=B6ren = Paul Hardegger und=20 Paul Husistein, beide Sattel, dem Vorstand an. Der Verein arbeitet = ehrenamtlich=20 und hat in den ersten beiden Jahren rund 180 Arbeitstage geleistet.